Syrisches Kulturministerium startet nationale Strategie gegen Analphabetismus

Syrisches Kulturministerium startet nationale Strategie gegen Analphabetismus

Anlässlich des Internationalen Tages der Alphabetisierung hat das syrische Kulturministerium eine nationale Initiative gestartet, um die Herausforderungen des Analphabetismus im Land anzugehen. Diese Thematik wird nun als zentrale nationale Angelegenheit betrachtet, die eng mit den Bereichen Entwicklung, Bürgerrechten und lebenslangem Lernen verknüpft ist. Im Rahmen der Veranstaltung wurde eine Dokumentation präsentiert, die das Ausmaß der Problematik verdeutlicht, welche durch die Auswirkungen des langjährigen Krieges, Vertreibungen und wirtschaftliche Bedingungen verschärft wurde.

Mohamed al-Asha, Leiter der Abteilung für kulturelle Entwicklung und Erwachsenenbildung, betonte, dass das Ministerium eine zweigleisige Strategie verfolgt. Zum einen soll durch die Intensivierung von Bildungskursen – seit Jahresbeginn wurden bereits über 400 Kurse eröffnet – kurzfristig reagiert werden. Zum anderen zielt ein ehrgeiziger nationaler Plan darauf ab, die Analphabetismusrate innerhalb der nächsten drei Jahre auf einstellige Werte zu senken.

Wie während der Veranstaltung hervorgehoben wurde, beschränken sich die Lehrpläne nicht mehr nur auf das Lesen und Schreiben. Sie wurden um wichtige Themenbereiche wie die syrische kulturelle Identität, Rechts- und Bildungsbewusstsein, kritisches Denken sowie digitale Kompetenzen zur Vorbeugung von Verhaltensauffälligkeiten und Extremismus erweitert. Der stellvertretende Kulturminister Ahmed al-Sawaf unterstrich, dass Alphabetisierung ein wesentlicher Schritt zur Wahrung der Menschenwürde sei, da sie Individuen befähige, ihre Rechte und Pflichten zu verstehen und aktiv zum Aufbau des Landes beizutragen.

Im Zuge der Veranstaltung wurden 18 Personen geehrt, die erfolgreich den Weg aus dem Analphabetismus geschafft haben. Einige von ihnen setzten ihre schulische Laufbahn bis zum Erwerb des Sekundarschulabschlusses fort, während andere in kleinen produktiven Projekten in den Bereichen Lebensmittelindustrie oder Handwerk tätig wurden, was die unmittelbaren ökonomischen und sozialen Auswirkungen der Bildungsprogramme verdeutlicht.

Im Kontext der Integration von Technologie in den Bildungsprozess diskutierte ein Fachseminar zudem den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Erwachsenenbildung. Experten betonten, dass digitale Lösungen eine hohe Flexibilität bei der Bereitstellung maßgeschneiderter Bildungsinhalte bieten. Dies könne die Motivation fördern und die Barrieren hinsichtlich Zeitmanagement und traditionellem Lehrpersonal überwinden.

Aktuellen Statistiken zufolge gibt es in Syrien rund vier Millionen Analphabeten sowie etwa 2,5 Millionen Kinder, die nicht am regulären Schulunterricht teilnehmen. Diese Zahlen stellen die syrischen Institutionen vor eine große nationale Verantwortung, ein nachhaltiges Bildungsumfeld für kommende Generationen und besonders bedürftige Gruppen zu schaffen, um deren gesellschaftliche Integration sicherzustellen.

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