Bildungsministerium stellt Pläne zur Bewältigung steigender Schülerzahlen vor

Der syrische Bildungsminister hat dem Parlament die staatlichen Pläne zur Weiterentwicklung des Bildungssystems vorgestellt. Angesichts einer stetig steigenden Zahl an Schülern, die im laufenden Schuljahr voraussichtlich etwa 6 Millionen erreichen wird, sieht sich das Ministerium mit großen Herausforderungen konfrontiert. Diese Entwicklung führt der Minister auf die Rückkehr von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen sowie die Rückkehr von Schulabbrechern in den Unterrichtsbetrieb sowie auf das allgemeine Bevölkerungswachstum zurück. Er unterstrich, dass das Ministerium entschlossen sei, das Recht jedes syrischen Kindes auf Bildung durch Notfall- und Strategiepläne zu gewährleisten, um ein leistungsfähigeres und gerechteres Bildungssystem zu schaffen.
Um das Problem der Schulabbrüche, von dem schätzungsweise zwei Millionen Schüler betroffen sind, anzugehen, verwies der Minister auf die enge Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Soziales und Arbeit sowie einem Regierungsteam. Ziel ist es, die wirtschaftlichen und sozialen Ursachen dieser Entwicklung zu bekämpfen. Zudem wurden flexible Verwaltungsmaßnahmen eingeführt: Rückkehrende Schüler ohne Dokumente können nun unter Vorbehalt aufgenommen werden und erhalten eine Frist von einem Jahr, um ihre Unterlagen zu vervollständigen. Die Anerkennung von Zeugnissen wurde durch ein neues elektronisches System vereinfacht.
Im Hinblick auf das Lehrpersonal verwies der Minister auf ein Netzwerk von 339.000 Mitarbeitern. Es gibt Pläne zur Optimierung der Personalverteilung auf die Provinzen und zur Besetzung von Vakanzen. Rund 14.000 entlassene Lehrer, die die entsprechenden Kriterien erfüllen, wurden bereits wieder eingestellt; an einer Gesetzgebung zur dauerhaften Anstellung und zur Anerkennung ihrer Dienstjahre wird gearbeitet. Zudem liegt ein Entwurf für ein Lehrergesetz vor, das ein System für berufliche Laufstufen zur fairen Leistungsbewertung vorsieht. Parallel dazu wird die Politik der „Bildungslokalisierung“ vorangetrieben, bei der tausende Arbeitsverträge in die Wohnregionen der Lehrkräfte verlagert werden.
Bezüglich der Lehrpläne und des schulischen Umfelds kündigte der Minister die Einführung eines einheitlichen Lehrplans an, womit vier bisherige Bildungssysteme abgelöst werden. Zudem wurden 41 Millionen Schulbücher gedruckt und verteilt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Sanierung beschädigter Schulen und der Entwicklung einer digitalen Infrastruktur, um interaktive Bildungsplattformen nach modernem Standard zu unterstützen.
Das Ministerium arbeitet zudem an einer umfassenden Digitalisierung seiner Dienstleistungen, angefangen bei der Automatisierung der Abschlussprüfungen bis hin zur Einführung digitaler Verifizierungscodes auf Dokumenten. Zur Qualitätssicherung wurde eine spezielle Direktion geschaffen, die Schulen anhand präziser Kriterien bewertet, darunter Lehrerqualifikation, Infrastruktur und Prüfungsergebnisse. Abschließend forderte der Minister das Parlament auf, Bildungsgesetzen bei den kommenden Beratungen höchste Priorität einzuräumen, um diesen Sektor nachhaltig zu stärken.
