Landwirtschaftsbehörde Idlib erörtert Unterstützung durch EU-Delegation

Die Landwirtschaftsverwaltung in der Provinz Idlib hat am Dienstag in einem offiziellen Treffen mit der Delegation der Europäischen Union in Syrien Wege zur Unterstützung des Agrarsektors erörtert. An dem Gespräch im Hauptsitz der Direktion in Idlib nahm neben dem Leiter der Landwirtschaftsbehörde, Mustafa Muwahhad, auch der für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständige Vertreter der EU-Mission, Kieran Lone, teil.
Im Zentrum des Austauschs standen die aktuelle Situation der Landwirtschaft in der Region sowie die Identifizierung zentraler Herausforderungen, denen sich die lokalen Landwirte gegenübersehen. Ziel der Zusammenkunft war es, Möglichkeiten für eine Kooperation und gezielte Fördermaßnahmen auszuloten, die den Agrarsektor stabilisieren, die landwirtschaftliche Produktion steigern und die Versorgung der Erzeuger mit notwendigen Betriebsmitteln sicherstellen sollen.
Muwahhad unterstrich in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit einer engen Koordinierung mit internationalen Organisationen und Gebern. Der Fokus der Gespräche lag dabei auf der Bereitstellung technischer und logistischer Unterstützung. Ein besonderes Augenmerk galt dabei der Tierhaltung. Die syrische Seite verwies auf die Dringlichkeit, mobile Veterinärkliniken einzurichten und eine regelmäßige Versorgung der Züchter mit Impfstoffen zu gewährleisten. Zudem wurde der Bedarf an verlässlichen Quellen für künstliche Befruchtung betont, um den Fortbestand der regionalen Tierrassen zu sichern.
Im Bereich des Pflanzenbaus konzentrierten sich die Diskussionen vor allem auf den Anbau von Weizen und Gerste, da diese für die Ernährungssicherheit der Provinz von strategischer Bedeutung sind. Die Behördenvertreter wiesen auf die Notwendigkeit hin, notwendige Produktionsfaktoren wie Saatgut, Düngemittel und Treibstoffe zu subventionierten Preisen bereitzustellen. Auch die Versorgung mit Oliven-Setzlingen und der allgemeine Bedarf an technischer Beratung wurden thematisiert, um die Lebensgrundlage der Bauern nachhaltig zu verbessern.
Betul Mabri, Ingenieurin in der Abteilung für Pflanzenbau, erläuterte ergänzend die strukturellen Hürden, die den Fortschritt in der Pflanzen- und Viehwirtschaft derzeit behindern. Sie hob hervor, dass die Einrichtung von spezialisierten Laboren für den Agrarbereich ein wesentliches Anliegen sei, um die Kapazitäten vor Ort auszubauen. Beide Seiten einigten sich auf konkrete Ansätze für die künftige Zusammenarbeit, die durch weitere Treffen und Vor-Ort-Besuche vertieft werden sollen.
Der Agrarsektor in der Provinz Idlib gilt als eine der tragenden Säulen der regionalen Wirtschaft, von der ein Großteil der Bevölkerung direkt abhängig ist. Die aktuelle Lage wird durch erhebliche Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Saatgut und Betriebsmitteln sowie durch den Bedarf an modernisierten Bewässerungsmethoden geprägt, weshalb die lokale Verwaltung verstärkt auf internationale Unterstützung setzt.
