Fischzucht in al-Ghab: Herausforderungen und Wachstumspläne

In der Region al-Ghab im westlichen Umland von Hama kehren die Fischfarmen schrittweise in den Betrieb zurück. Nach einer zwangsweisen Unterbrechung von mehr als 14 Jahren soll dieser für die Region wichtige Wirtschaftszweig wiederbelebt werden. Die Erholung des Sektors stößt jedoch auf logistische und technische Herausforderungen, die die Produzenten vor große Hürden bei der Sicherung ihrer Erträge und Einkommen stellen.
Daten der Niederlassung der Allgemeinen Behörde für Fischerei und Wasserorganismen in Hama zufolge gibt es in der Region al-Ghab rund 291 private Fischfarmen sowie drei staatliche Anlagen in Qalaat al-Madiq, Bab al-Taqa und Schatha. Diese bewirtschaften eine Gesamtfläche von etwa 800 Hektar. Trotz dieser Kapazitäten weist Dr. Hussein al-Hussein, Leiter der Behörde in Hama, darauf hin, dass die Produktion auf ein Niveau von maximal 2000 Tonnen gesunken ist. Gründe hierfür seien die eingeschränkten Möglichkeiten der Züchter nach ihrer Rückkehr aus der Vertreibung sowie ein viraler Ausbruch, der zu hohen Verlusten beim Karpfenbestand geführt habe.
Die Behörde unterstützt die Züchter durch vereinfachte Lizenzierungsverfahren, technische Beratung bei Krankheitsfällen sowie durch Felduntersuchungen und Probenanalysen in den Laboren der veterinärmedizinischen Fakultät in Hama. Zudem betont die Behörde ihre Rolle beim Schutz der öffentlichen Gewässer vor Überfischung.
Die Produzenten fordern ihrerseits Erleichterungen, darunter langfristige Kredite zur Instandsetzung ihrer Becken und zur Beschaffung notwendiger Betriebsmittel wie Futtermittel, Fischbrut und technischer Ausstattung, da viele Anlagen während der Krisenjahre beschädigt oder geplündert wurden. Zudem betonen sie die Notwendigkeit, den Import von gefrorenem Fisch, insbesondere von Tilapia und Karpfen, zwischen Oktober und Jahresende zu regulieren, um das lokale Produkt vor unfairem Wettbewerb zu schützen und den Absatz zu sichern.
Parallel dazu kündigte Iyad Khadrou, Generaldirektor der Allgemeinen Behörde für Fischerei und Wasserorganismen, einen strategischen Plan an, der darauf abzielt, die jährliche Fischproduktion des Landes bis 2035 auf 225.000 Tonnen zu steigern. Dies wäre ein deutlicher Anstieg gegenüber der aktuellen Produktion von 20.000 bis 25.000 Tonnen. Ziel ist es, den Eigenbedarf zu decken und den Pro-Kopf-Verbrauch an Fisch durch die Modernisierung der Fischereiflotte und den Ausbau von Aquakulturprojekten in verschiedenen syrischen Gouvernements an internationale Standards anzupassen.
Quelle: Syria Focus auf Arabisch
