Syrien und Saudi-Arabien vereinbaren Studien für Wasserinfrastruktur

Syrien und Saudi-Arabien vereinbaren Studien für Wasserinfrastruktur

Das syrische Energieministerium hat ein technisches Dienstleistungsabkommen mit den saudischen Unternehmen ACWA Power und der Saudi Water Transmission Company (WTCO) unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist die Ausarbeitung umfassender Studien zur Entwicklung eines integrierten Systems für die Wasserversorgung, die Entsalzung von Meerwasser sowie den Wassertransport in Syrien. Als technischer Berater für das Projekt wurde das deutsche Unternehmen Fichtner hinzugezogen.

Die Vereinbarung wurde für die syrische Seite vom Generaldirektor der Allgemeinen Behörde für Wasserressourcen, Ahmed al-Kawan, unterzeichnet. Seitens der saudischen Partner unterzeichnete Raad al-Saadi, Leiter des Energiesektors im saudisch-syrischen Wirtschaftsrat und stellvertretender Vorsitzender von ACWA Power, das Dokument.

Das Projekt zielt darauf ab, den aktuellen Wasserbedarf sowie künftige Defizite präzise zu bewerten. Im Rahmen der geplanten Machbarkeitsstudien soll eine optimale Kombination aus Meerwasserentsalzung sowie der Nutzung oberflächennaher und tiefer gelegener Grundwasserressourcen ermittelt werden. Die Planungen umfassen den Aufbau eines vernetzten Wassersystems, das natürliche Quellen mit Entsalzungsanlagen und großflächigen Transportleitungen verknüpft. Im Fokus der technischen Untersuchungen stehen Entsalzungs- und Transportlösungen, die eine Kapazität von bis zu 1,2 Millionen Kubikmetern Wasser pro Tag erreichen könnten, sowie ein geplantes Pipelinenetz mit einer Gesamtlänge von rund 400 Kilometern.

Das Ministerium betont, dass das Abkommen einen grundlegenden Schritt zur Stärkung der Wasserinfrastruktur darstellt. Durch die Erstellung fundierter technischer, ingenieurwissenschaftlicher und wirtschaftlicher Analysen sollen Investitionsentscheidungen auf eine wissenschaftliche Basis gestellt werden, um eine nachhaltige Wasserversorgung für den derzeitigen und künftigen Bedarf zu gewährleisten.

Diese Initiative ist Teil einer Reihe von Maßnahmen, die in den vergangenen Monaten zur Verbesserung der Wasserversorgung in Syrien ergriffen wurden. Erst im Juni unterzeichnete das syrische Energieministerium ein Abkommen mit der saudischen Firma SMC zur Installation von fünf Millionen intelligenten Wasserzählern, um die Digitalisierung und Effizienz in der Wasserverwaltung zu steigern. Zudem schloss die staatliche Gesellschaft für Trinkwasser und Abwasser in Damaskus im August eine Vereinbarung mit dem tschechischen Unternehmen Ecomonitor ab. Dieses Projekt umfasst den Bau einer solarbetriebenen Entsalzungsanlage und eine 2100 Meter lange Wasserleitung in der Ortschaft al-Ghazlaniya im Umland von Damaskus, von der rund 40.000 Menschen profitieren sollen.

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