Forscher entwickeln 3D-gedruckten Wasserfilter gegen Mikroplastik

Forscher an der kanadischen Universität Waterloo haben eine innovative Wasserreinigungstechnologie auf Basis des 3D-Drucks entwickelt, um der zunehmenden Belastung durch Mikroplastik in Wasserquellen entgegenzuwirken.
Die in der Fachzeitschrift „Separation and Purification Technology“ veröffentlichte Studie beschreibt einen kostengünstigen und anpassungsfähigen Filter, der aus übereinander gestapelten, 3D-gedruckten Scheiben besteht. Labortests belegten, dass dieses System in der Lage ist, bis zu 90 Prozent der im Wasser enthaltenen Mikroplastikpartikel zu entfernen.
Das innovative Design nutzt einen biologisch abbaubaren Kunststoff. Die geometrische Struktur wurde so angepasst, dass feinste Poren entstehen, die als Falle für die Partikel dienen, während das Wasser den Filter durchfließt. Um die Effizienz zu steigern, wurde ein Klebstoff hinzugefügt, der die Fähigkeit der Scheiben verbessert, Kunststofffragmente von einer Größe bis zu fünf Millimetern einzufangen.
Die Ergebnisse zeigten, dass die Effizienz des Filters durch die Verwendung von 20 gestapelten Scheiben weiter erhöht wird. Dabei ließen sich größere Partikel am einfachsten erfassen, jedoch wies der Filter auch eine gute Leistung bei Partikeln mit einer Größe von weniger als 10 Mikrometern auf.
Diese Studie erscheint vor dem Hintergrund wachsender globaler Besorgnis über die Verbreitung von Mikroplastik in aquatischen Umgebungen. Die Schadstoffe gelangen über verschiedene Wege in die Wasserquellen, wobei Fasern aus synthetischen Textilien eine wesentliche Rolle spielen. Den Forschern zufolge tragen Waschmaschinen durch die mechanische Beanspruchung der Kleidung dazu bei, dass diese Fasern in das Abwasser gelangen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit ökonomischer und leicht umsetzbarer technischer Lösungen, um den Eintrag dieser Schadstoffe in das Trinkwasser zu begrenzen.
Das Forschungsteam arbeitet derzeit an einer Weiterentwicklung des Filters, um die Effizienz bei der Erfassung der verbleibenden Partikel zu erhöhen. Zudem wird die Möglichkeit untersucht, diese Technologie in Zukunft in industrielle Wasseraufbereitungsanlagen und private Trinkwassersysteme zu integrieren.
Das Experiment eröffnet neue Perspektiven für den Einsatz der 3D-Drucktechnik bei der Produktion flexibler und kostengünstiger Wasseraufbereitungslösungen. Da Designs und Größe der Filter je nach Bedarf angepasst werden können, bietet diese Technologie ein effektives Werkzeug im Kampf gegen die Plastikverschmutzung in verschiedenen Umgebungen.
Quelle: Syria Focus auf Arabisch
