Welt-Alzheimertag: Syrisches Gesundheitsministerium betont Aufklärung

Alzheimer, die häufigste Form der Demenz, stellt Gesundheitssysteme sowie Familien weltweit vor große Herausforderungen. Die Symptome beginnen schleichend mit Gedächtnisveränderungen, wie dem Vergessen aktueller Ereignisse oder dem wiederholten Stellen derselben Fragen, und beeinträchtigen in ihrem weiteren Verlauf zunehmend die alltäglichen Fähigkeiten der Patienten.
Anlässlich des Welt-Alzheimertages am 21. September betonte Dr. Wael al-Ras, Leiter der Abteilung für psychische Gesundheit im syrischen Gesundheitsministerium, dass es sich bei dieser Krankheit um eine Störung des Gehirns handelt, die Gedächtnis und Lebenskompetenzen beeinträchtigt. Der Erkrankungsbeginn liege meist im fortgeschrittenen Alter, insbesondere nach dem 70. Lebensjahr, wenngleich in seltenen Fällen auch Symptome ab dem 50. oder 55. Lebensjahr auftreten könnten.
Al-Ras wies darauf hin, dass die Kernsymptome in einem Verlust des Kurzzeitgedächtnisses sowie im Rückgang lebenspraktischer Fähigkeiten wie Körperpflege und Kommunikationsfähigkeit bestünden. Er betonte die Notwendigkeit, diese frühen Anzeichen ernst zu nehmen. Das Gesundheitsministerium arbeite im Rahmen des Programms „Psychische Gesundheit für alle“ sowie in Zusammenarbeit mit dem Programm für Seniorengesundheit der Primärversorgung daran, das gesellschaftliche Bewusstsein zu stärken. Ziel sei es, Familien das notwendige Wissen zu vermitteln, um eine umfassende Versorgung der Patienten zu gewährleisten, die deren gesundheitliche, psychische und soziale Bedürfnisse abdeckt.
Dr. Dima Khadra, Leiterin der Abteilung für psychosoziale Unterstützung im Gesundheitsministerium, hob hervor, dass die Pflege nicht allein auf die Wiederherstellung der Erinnerung abzielen könne, sondern primär den Erhalt der Würde, das psychische Wohlbefinden und das Sicherheitsgefühl des Patienten in den Mittelpunkt stellen müsse. Der Umgang mit Alzheimer erfordere von der Familie, die den engsten Rückhalt für die Patienten darstelle, viel Geduld. Sie empfahl die Etablierung täglicher Routinen, die Vereinfachung häuslicher Aufgaben sowie den Einsatz von Hinweisschildern, um den Betroffenen ein möglichst selbstständiges Zurechtfinden in ihrem Umfeld zu ermöglichen.
Khadra riet zudem davon ab, Patienten ständig zu korrigieren oder in Diskussionen zu verwickeln, da dies zu Stress und Verwirrung führen könne. Ein respektvoller und ruhiger Umgang vermittele den Erkrankten Sicherheit, selbst wenn diese die Menschen in ihrem Umfeld nicht mehr wiedererkennen.
Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation zufolge gab es weltweit bis 2021 etwa 57 Millionen Alzheimer-Patienten, wobei jährlich rund 10 Millionen neue Fälle registriert werden. Mehr als 60 Prozent dieser Fälle entfallen auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen, was den Ausbau von Aufklärung und familiärer Unterstützung zu einer Priorität in den nationalen Gesundheitsplänen macht.
Quelle: Syria Focus auf Arabisch
